Zwischen Kitsch und Meisterwerk. Irgendwo dazwischen liegt „Tatsächlich…Liebe“ (im Original: Love Actually). Der Film ist mittlerweile ein echter Klassiker. Bei der Frage danach, welchen Handlungsstrang man am liebsten mag, braucht man erstmal etwas Bedenkzeit. Jahr für Jahr läuft er im Fernsehen, Streaming-Dienste haben ihn ganzjährig im Programm. Doch woran liegt das? Und hat der Film den Titel „Klassiker“ verdient?

Handlung:

„Tatsächlich…Liebe“ ist ein Episodenfilm bestehend aus neun verschiedenen Episoden. Episodenfilm bedeutet, dass der Film nicht eine einzige lineare Handlung hat, sondern gleich mehreren Handlungssträngen folgt, die an den verschiedensten Stellen miteinander verwoben sind. Der Film beginnt am Flughafen Heathrow in London, fünf Wochen vor Weihnachten. Noch ahnt der Zuschauer nicht, dass er in den folgenden zwei Stunden einen Einblick in das Leben unzähliger Londoner erhalten wird. Da wird der liebenswerte Premierminister Großbritanniens (übrigens gespielt von Hugh Grant) schon mal ganz schön durcheinander gebracht von seiner Hausangestellten Natalie oder zeigt alternativ seine grandiosen Tanzfähigkeiten. Da lernt Schriftsteller Jamie (wie schon in „Stolz und Vorurteil“ der liebenswerte Brite: Colin Firth) irgendwo in Portugal die schöne Aurelia kennen, die kein Wort von dem versteht, was er so von sich gibt. Da versucht der kleine Sam mit Hilfe seines Vaters das Herz seiner Mitschülerin Joanna zu erobern. Da sorgt Mark beim Versuch, Juliet (Keira Knightley) doch noch für sich zu gewinnen, für eine legendäre Szene der Filmgeschichte. Da flirtet Harry (wie immer in sehr markanter Rolle: Alan Rickman) mit seiner Sekretärin (eine Deutsche im Star-Esemble: Heike Makatsch), ungeachtet der Gefühle seiner Frau (sie darf natürlich nicht fehlen: Emma Thompson). Diese und noch einige weitere Handlungen machen den Film zu einem Weihnachtsfilm aus dem Bilderbuch. Im Kern ist „Tatsächlich…Liebe“, wie der Name schon sagt, ein Liebesfilm zum Seufzen und Dauergrinsen. Doch auch Freundschaften und familiäre Beziehungen werden mit viel britischem Humor in den Mittelpunkt der Handlung gerückt. 

Fazit:

„Tatsächlich…Liebe“ ist ein potenzieller Lieblingsfilm für jeden. Bei all den verschiedenen Handlungssträngen wird jeder über kurz oder lang eine Geschichte finden, von der er sich nicht mehr so schnell losreißen kann. Anfangs mag es zwar etwas schwer fallen, den Überblick über sämtliche Personen und deren Beziehungen untereinander zu behalten. Aber spätestens am Ende des Films löst sich alles auf, und das so leicht verständlich, dass man auch am Ende eines langen, dunklen Wintertages noch durchblickt. Die Star-Besetzung tut ihr Übriges. Gefühlt wurde für den Film alles engagiert, was Rang und Namen hat, und das spiegelt sich auch in seiner Qualität wider. Wenn also diesen Advent mal wieder ein Filmeabend mit Freunden ansteht: schnappt euch kuschelige Decken, jede Menge Plätzchen und eine gute alte heiße Schokolade. Den richtigen Film kennt ihr jetzt. „Tatsächlich…Liebe“ ist genau richtig für einen gemütlichen Abend, an dem man gern mit einem seligen Lächeln und einem guten Gefühl ins Bett gehen würde. Und außerdem: was gibt es Besseres als mit den Freunden hinterher darüber zu diskutieren, welche Geschichte denn nun die beste war?

Für noch mehr Spaß beim Schauen, hier mal wieder ein Trinkspiel:

Trinkt, wenn
– jemand weint.
– jemand in sein/ihr Telefon flüstert.
– jemand ein Kleidungsstück mit Weihnachtsmotiven trägt.
– jemand an die Tür klopft oder klingelt.

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