„Mo-Sista“ steht auf dem schnurrbartförmigen Sticker auf Manus Brust. Mit einem Grinsen im Gesicht schnippelt die Kurz,-und Feuerrothaarige konzentriert an einem  buschigen, dunkelbraunen Bart herum. Dann kommt der Rasierer ins Spiel und entfernt alle Barthaare, bis nur noch ein schmaler Schnauzer oberhalb der leicht zusammengekniffenen Lippe zurückbleibt. Auf dem Kirchplatz in der Innstadt tummeln sich an diesem Nachmittag auffällig viele Männer mit Schnauzbärten. Was war da los am vergangenen Montag?

Moritz, MuK-Student, sieht eigentlich ganz glücklich aus als er das Ergebnis im Spiegel betrachtet und mit den Fingern zufrieden über den ungewohnten, neuen Bart fährt. „Die Aktion ist witzig, da sie durch diesen Schnauzer symbolisiert und verbreitet wird“, findet er. Ganz nach dem Motto „Change the face of men‘s health“ konnte man(n) sich an diesem Montag beim „Shave Down“ im Kaffeewerk einen Moustache rasieren lassen. Initiiert durch die Movember Foundation steht der Monat November ganz im Zeichen der Männergesundheit. Die gemeinnützige Stiftung kämpft gegen Hoden-, und Prostatakrebs und setzt sich für die psychische Gesundheit und Suizidprävention bei Männern ein. „Movember“ ist ein Kofferwort und fügt sich aus „Moustache“ und „November“ zusammen.

Für den „Shave Down“ funktionierte der Café-Inhaber Stephan Bauer den Außenbereich des Kaffeewerks zu einem Freiluft-Friseursalon mit Bar und DJ-Pult, um.  „Coole Aktionen mit sinnvollem Hintergrund machen wir im Kaffeewerk gerne mit. Es macht wirklich aufmerksam auf eine gute, aber eher noch unbekannte Sache.“ 2013 und 2014 ließ er sich selbst den Vollbart abrasieren. Seitdem wächst der Bart und Stephan belässt es lieber bei der Unterstützung durch das Event und einem selbst kreierten „MOcktail“ aus Kaffeelikör und Rum, dessen Erlös zu 100 Prozent an die Movember Foundation geht. Dem Aufruf bei der Movember-Aktion mitzuwirken, folgen weltweit nicht nur „Mo-Bros“. Es gibt auch viel weibliche Unterstützung. Seit 2003 zählt die Foundation 5.232.625 Mo-Bros und Mo-Sistas, es wurden 15.907.000  Spenden generiert und somit alleine in 2017  55.000.000 Euro gesammelt.

„Als mir Stephan von dem „Shave Down“ erzählt hat, war ich sofort dabei. Wann hat man schon die Gelegenheit so viele Bärte wegzuschnippeln?“ Manu ist Friseurin bei Devils Cut in Passau. Wie sich die Jungs so angestellt haben, als sie ihre geliebten Barthaare gelassen haben? „Manche haben ein bisschen geweint, manche haben es super locker gesehen.“ Josef, Koch im „Goldenen Schiff“ in Passau, saß auch auf Manus Stuhl. Er nahm bereits am Distinguished Gentlemans Ride teil, ein durch Motorradfahrer organisiertes Event, das eng mit der Movember Foundation zusammenarbeitet. Ihm ist es wichtig sich einzusetzen und die traditionellen Werte zu unterstützen, die dahinterstehen. „Mir gefällt dieses British-English-Gentlemen-Ding – der Schnauzer ist super, der fällt auf und wenn man angesprochen wird, kann man anderen davon berichten und die Message verbreiten.“ Die Aktion sei einfach gestaltet und transparent.

Vor allem wenn Studenten selbst initiieren, aktiv mitwirken und dabei eng mit der Movember Foundation zusammenarbeiten. Stereotype auflösen und Aufmerksamkeit schaffen – dafür setzt sich Studierender Finn Kugelmann schon seit sechs Jahren, im Rahmen des Movembers, ein. Er versucht sein studentisches Umfeld für diese Thematik zu sensibilisieren und veranstaltet dafür im November verschiedene Events, um zu informieren und Spenden für die Stiftung zu sammeln. „Mein persönliches Ziel ist den öffentlichen Diskurs hinsichtlich vermeintlicher Tabuthemen in meinem Umfeld zu verändern. Prostata- oder Hodenkrebs sind genauso Krankheiten, wie jede andere Erkrankungsform – das gilt auch für psychische Leiden! „Männer weinen nicht“ oder „ein Indianer kennt keinen Schmerz“… das ist für mich totaler Bullshit! Da muss man(n) nicht alleine durch, nur weil das von einem gesellschaftlich veralteten Bild des Mannes vorgeschrieben wird!“

Laut einer Studie der Weltgesundheitsorganisation begeht weltweit alle 60 Sekunden ein Mann Suizid, das sind 60 Männer pro Minute, 1.440 pro Tag und somit 525.600 Männer im Jahr, die sich selbst das Leben nehmen – dreimal mehr als Frauen. Aus diesem Grund hat sich die Movember Foundation zum Ziel gesetzt, neue Ansätze für psychische Gesundheit zu schaffen, die speziell für Männer konzipiert sind.

Überwiegend Studenten ließen sich am Kirchplatz blicken, manchmal auch nur für einen Kaffee oder einen Drink. Hadi und Nico wollen mit dem eigenen „Mo“ ein Zeichen setzen. „Die Passauer Mo-Bros gibt es schon ein paar Jahre. In der Studentenstadt ist Movember längst ein Begriff, man kennt es einfach. Ich bin zwar nicht so der Moustache Typ, aber für einen guten Zweck und den Gruppenzwang kann man das schon mal machen“, erklärt uns Hadi grinsend. Vielleicht lauft ihr diesen November in Passau ja dem ein oder anderen Moustache über den Weg. Die Engagierten und Veranstalter und auch Manu, die diesjährige MO-Barbierin, sind sich einig: „Wir sind nächstes Jahr auf jeden Fall wieder dabei!“

MOve für die Movember Foundation! Am 18. November könnt ihr für einen guten Zweck die sechs Kilometer Innrunde mitlaufen :Movember Run 2k18 – Passau!

Außerdem wird diesen Monat der Movember Foundation zugute gefeiert : Am 15.11 findet im Soda Sportlerparty goes Aprés Ski statt – ein Teil des Eintritts geht dabei direkt an die Passau Mo-Bros und zu guter Letzt heißt es am 29.11.18 „It’s MOvember“ im Cubana, Passau.

 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.