Wenn man an Ballett denkt, fallen einem als erstes Spitzenschuhe, Drehungen, Sprünge und weiße Tutus ein. Alles untermalt von mitreißender Musik und einem faszinierenen Bühnenbild. Das alles und mehr findet man bei „Schwanensee“ von Tschaikowski wieder, dem wohl berühmtesten Ballett-Stück überhaupt. Fast jeder hat zumindest einige Musikstücke davon bereits gehört, allem voran den „Tanz der vier kleinen Schwäne“. Jeder der als Kind oder auch später einmal selbst Ballettunterricht hatte, hat davon geträumt diesen Tanz zu beherrschen oder zumindest in einer Aufführung zu sehen.

Dieser Tanz stellte auch ein Highlight bei der Aufführung „Schwanensee“ vom Russischen Nationalballett, am 25.12.2019, in der Passauer Dreiländerhalle dar. Sowohl Groß, als auch Klein konnten sich am ersten Weihnachtsfeiertag an dem berühmten Ballett-Stück erfreuen. Da allerdings im Ballett ausschließlich mit Musik, Tanz, Gestik und Mimik gearbeitet wird, ist es für kleinere Zuschauer eher schwer zu verstehen. Aus diesem Grund gab es, zusätzlich zum Stück, eine Erzählerin namens „Genie“, die aus einem Märchenbuch die Geschichte von „Odette, der Schwanenprinzessin“ und dem Prinzen „Sigfried“ erzählte.

Odette, die zusammen mit einigen anderen Frauen, von dem bösen Zauberer „Rotbart“ verzaubert wurde, kann nur zwischen Mitternacht und Sonnenaufgang die Gestalt eines Menschen annehmen und muss den Rest des Tages als Schwan auf dem Schwanensee bleiben. Sigfried, der auf der Jagd die Schwäne entdeckt, verliebt sich in Odette, welche den Fluch des Zauberers nur brechen kann, wenn jemand schwört, den Rest seines Lebens nur sie zu lieben und keine Andere. Damit beginnt das Spiel, denn, wenn auch die Lösung so einfach scheint, wird sie von „Rotbart“ durch Intrigen vereitelt.

Vor allem der „Hofnarr“ gab eine beeindruckende Performance ab, wobei er sich drehte, über die Bühne wirbelte und mit einer so hohen Sprungkraft glänzte, dass man meinte er würde an einem Seil nach oben gezogen.  „Rotbart“ stand ihm in nichts nach, jedoch hätte der Auftritt des Prinzen besser gestaltet sein können. „Sigfried“ begnügte sich fast ausschließlich damit, über die Bühne zu schreiten und bei Paartänzen als Stütze für die Tänzerinnen zu dienen. Erst am Schluss zeigte er sein wahres Potential in zwei Soli, die leider etwas kurz ausfielen. Auch die Tänzerin der „Odette“ gab einen beeindruckenden Auftritt und wird sicher viele der jüngeren Zuschauer inspiriert haben selbst Ballett zu tanzen und später vielleicht sogar Prima-Ballerina zu werden.

Der wohl am besten gelungene Tanz, war der „Tanz der vier kleinen Schwäne“, der mit sehr hoher Präzision und Synchronität ausgeführt wurde. Zudem wurde dem Stück auch einiges an unterschiedlicher Kultur eingehaucht, bei der Vorstellung der Anwerberinnen für den Prinzen. Dieser sollte sich eine Frau suchen und hatte die Wahl zwischen mehreren Prinzessinnen aus verschiedenen Ländern. Jede dieser Prinzessinnen bekam einen Tanz, bei dem Elemente aus den jeweiligen nationalen Volkstänzen miteinflossen.

Einem mehr oder weniger geübten Auge wird zwar die ein oder andere Ungenauigkeit auffallen, was aber, wegen des hohen Schwierigkeitsgrades dieses Stückes, durchaus leicht zu verzeihen ist. Alles in Allem kann man ein großes Lob für die Tänzer und Tänzerinnen aussprechen, die dem Stück Leben eingehaucht haben und es für alle Zuschauer zu einem großartigen Weihnachtserlebnis machten.

 

Beitragsbild: Pressefotos COFO Entertainment

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