Caipirinha, Sex on the Beach, oder doch lieber Tequila Sunrise? Leckere Cocktails kommen einfach auf jeder Party gut an. Das vorherige Informieren über die Zutaten und die aufwendige Zubereitung solcher Getränke stoßen oft aber auf weniger Euphorie. Was aber,  wenn es für einen guten Cocktail nur einen einzigen Klick bräuchte? Und wie kann dieser mit handgemachten Cocktails mithalten?

Das Team von ValveShelf (dt. „Ventil-Regal“) entwickelt und produziert eine vollautomatische Cocktailmaschine für den Privatgebrauch. Von anderen Cocktailmaschinen unterscheidet sich diese vor allem im Preis: Die Kosten für Maschinen des professionellen Barbetriebs liegen im vierstelligen Bereich. ValveShelf hingegen möchte ihre Cocktailmaschine im Rahmen von 300-350€ für Privatpersonen anbieten. Als einmaliges Partyerlebnis lässt sich die Maschine dann auch für 70€ pro Abend mieten.

Stefan Fischer, Lukas Mautner, Tobias Greiler, Markus Schacherbauer und Max Schmeller studieren Mobile und Eingebettete Systeme und sind zwischen 19 und 20 Jahren alt. Im Rahmen des 5-Euro-Business Wettbewerbs der Universität Passau arbeiten die fünf seit ungefähr zwei Monaten an ihrem Projekt. Der Wettbewerb, bei dem die Studierenden einen Paten aus der Wirtschaft erhalten, wird an zehn verschiedenen Hochschulstandorten in Bayern durchgeführt. Alle Teilnehmer erhalten ein Startkapital von fünf Euro. Sie müssen dann versuchen, ihre Idee mithilfe eines Netzwerks zu veröffentlichen. Zentral sind dabei Fragen wie: „Wer kann mich unentgeltlich unterstützen?“ oder „Welche Beziehungen helfen mir bei der Verwirklichung meiner Geschäftsidee?“. Aus dem 5-Euro-Business Wettbewerb ergaben sich bisher über 40 reale, aktuell am Markt aktive Ausgründungen.

Ihre Idee bekamen die Freunde im Sommerurlaub in Norwegen beim Wandern. Oben angelangt, wollten sie die wohlverdiente Aussicht genießen. Aufgrund des vielen Nebels fiel das an diesem Tag aber leider flach. Stattdessen begannen sie ein Brainstorming, woraus die Idee einer automatischen Cocktailmaschine entstand. „Da waren wir aber komplett nüchtern“, beteuern die Studenten.

Dass sie voll und ganz hinter ihrem Projekt stehen, ist unschwer zu erkennen. Entscheidungen treffen die Freunde zusammen und auch die Aufgaben untereinander verteilen sie ganz nach dem Motto: „Jeder macht das, was er am besten kann.“ Von Appdesign und -programmierung über Öffentlichkeitsarbeit, Betreuung der Website und Hardware über Sponsoring und Finanzen – jeder übernimmt die Aufgaben, die den jeweiligen Stärken entsprechen.

Das ValveShelf-Team entwickelte für den Betrieb der Cocktailmaschine eine kostenlose App für Android und IOS, welche ab dem offiziellen Release der Maschine verfügbar sein wird. Jeder beliebige Partygast kann sich diese App nun kostenlos herunterladen und damit die Maschine bedienen. Die Cocktailmaschine besitzt sechs Slots, welche man mit den Zutaten belegen kann, die man gerade zu Hause hat. Die App zeigt genau die Cocktails an, welche mit diesen Zutaten zubereitet werden können. Ein einfacher Klick genügt: den Rest erledigt die Maschine von alleine.

Über ihre Zielgruppe sagt Lukas Mautner, der unter anderem die Öffentlichkeitsarbeit des jungen Unternehmens übernimmt, Folgendes:

Die Chancen für den laufenden Wettbewerb schätzt das Team von ValveShelf gut ein. Als einziges teilnehmendes Team haben sie sich dazu entschlossen, ein technisches Produkt zu konzipieren. Um ein solches Projekt umzusetzen, sind Sponsoren oft eine große Hilfe. In diesem Punkt hat das VelveShelf-Team etwas zu feiern, denn neuerdings konnten sich die Studenten die msg systems ag als bedeutenden Sponsor sichern. „Bei den Werbefotos auf unserer Website wurden wir vom Fotoatelier KAPS unterstützt“. Damit meinen sie zum Beispiel das Hintergrundbild der Website valveshelf.com, das ein Mädchen neben der besagten Cocktailmaschine zeigt. „Da werden noch welche kommen… also nicht Mädchen, sondern Fotos!“, ergänzen die Jungs lachend.

Da das Produkt vor allem junge Menschen erreichen soll, ist für ValveShelf eine Präsenz auf Facebook und Instagram unverzichtbar. Wichtig für sie ist momentan auch der sog. Letter of Intent (deutsch: Absichtserklärung). Dieses Formular ist natürlich nicht rechtlich verpflichtend, Unterstützer des Projektes können damit jedoch erklären, dass Interesse an dem finalen Produkt bestehen würde. Das hilft dem Team sowohl bei der Sponsorensuche, als auch beim eigentlichen Wettbewerb, da sie so potenzielles Interesse vorweisen können.

Trotzdem stellt sich die Frage, inwieweit die ValveShelf-Cocktails professionell zubereitete Cocktails ersetzen können. Kommt die ValveShelf-Maschine so ganz ohne Shaker, Barsieb und Eiswürfel aus? Und ist es den Studenten das überhaupt wert? Schließlich müssen die Zutaten für die Cocktails auch erst einmal gekauft werden. Mit diesen Kritikpunkten müssen sich die fünf sicherlich noch oft beschäftigen. In die Zukunft blickt das ValveShelf-Team aber positiv und optisch macht die Maschine auf jeden Fall etwas her.

(v.l) Stefan Fischer, Lukas Mautner, Tobias Greiler, Markus Schacherbauer, Max Schmeller

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.