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Türchen 7: Unsere Weihnachtsmarkt-Empfehlungen

Weihnachtszeit. Das sind Lebkuchen und Plätzchen, Dekoration und Lichterketten, Punsch und Glühwein, „Last Christmas“ in Dauerschleife und Weihnachtsmärkte. Wir alle haben uns bestimmt darauf gefreut, dass der Passauer Weihnachtsmarkt dieses Jahr nach einer Pause im letzten Winter wieder stattfindet, doch auch dieses Jahr muss er, wie alle anderen Weihnachtsmärkte in Bayern, kurzfristig ausfallen.

Doch wir wollen uns die Weihnachtsstimmung nicht verderben lassen! Auch wenn es nicht mal annähernd an einen Besuch auf den Markt am Passauer Dom herankommt, wollen wir an dieser Stelle die schönsten und besondersten Weihnachtsmärkte Deutschland vorstellen. Wenn ihr einen Glühwein während dem Lesen trinkt, könnt ihr euch vielleicht auf all die schönen Märkte träumen.

1. Die Traditionsreichen

Die ersten Weihnachtsmärkte werden in Deutschland Ende des 14. Jahrhunderts erwähnt. Sie hatten wenig mit dem bunten Weihnachtstreiben heute zu tun. Stattdessen dienten sie dazu, dass sich die Bevölkerung kurz vor dem tiefsten Winter nochmal mit allem nötigen eindecken konnte.

Erst im 17. Und 18. Jahrhundert, ungefähr zur selben Zeit als Weihnachten vom strikt kirchlichen Feiertag zum Familienfest wurde, wandelten sich auch die Adventsmärkte zum weihnachtlichen Vergnügungspark. Dennoch gibt es immer noch eine Handvoll an Weihnachtsmärkten in Deutschland die sich stolz den Titel des „vermutlich ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands“ über die Stände schreiben.

Bautzener Wenzelsmarkt

Der Weihnachtsmarkt der sächsischen Stadt Bautzen ist der älteste dokumentierte Weihnachtsmarkt Deutschlands. 1384 wird der Markt erstmals erwähnt und somit hätte diesen Dezember der 638. Bautzener Wenzelsmarkt stattgefunden. Was als freier Fleischmarkt vom St. Michaelistag (29.September) bis Weihnachten startete ist heute ein kleiner, aber feiner Weihnachtsmarkt inmitten der Bautzener Altstadt. Mit Lichterketten geschmückt Stände ziehen sich vom „Hauptmarkt“ zum „Kornmarkt und bieten von Handwerkskunst über gebrannte Mandeln bis zum Punsch alles was das Weihnachtsherz begehrt.

Dresdner Striezelmarkt

Ein weiterer Anwärter auf den Titel des traditionsreichsten Weihnachtsmarkts ist der Dredner Striezelmarkt mit einer Geschichte die bis ins Jahr 1434 zurückreicht. Mit rund 250 Ständen ist der Titel des größten Weihnachtsmarkts dem Striezelmarkt jedoch ziemlich sicher. Die Website des Markts prahlt nicht nur mit dem Alter des Weihnachtsmarkts „sondern mit weiteren Superlativen, wie der weltgrößten, 14,61 Meter hohen erzgebirgischen Stufenpyramide“.

2. Die etwas Anderen

Buden mit diversen Glühweinen, Bratwurst und Stände mit Massen an Krippenfiguren. So ziemlich jeder Weihnachtsmarkt hat diese essenziellen Bestandteile. Doch ein paar Weihnachtsmärkte tanzen freudig aus der Reihe. Sei es mit einem besonderen Motto oder einer speziellen Location – den Weihnachtsmarkt-Fans ist einiges

geboten.

Weihnachtsmarkt auf Schloss Kaltenberg

Wo im Sommer bei Geltendorf im Landkreis Landsberg am Lech Ritter-Doubles mit Lanzen aufeinander zureiten tummeln sich im Winter die Weihnachtsbegeisterten. Der Weihnachtsmarkt auf Schloss Kaltenberg ist inspiriert von Grimms Märchen. An jedem Adventswochenende bezaubert der Markt mit bunten Lichtern, Märchenvorlesungen, Tanz- und Gauklerauftritte und natürlich allem von Kunsthandwerk zu Schlemmereien. Leider muss auch dieser Weihnachtsmarkt dieses Jahr ausfallen.

Weihnachtsmarkt Ravennaschlucht

Einer der wohl einzigartigsten Weihnachtsmärkte Deutschlands findet in der Ravennaschlucht in Breitnau im Schwarzwald statt. Unter einem 40m hohen Bahnviadukt tummeln sich Buden mit traditionellem Handwerk, typischem Weihnachtsmarktschmaus und weihnachtlicher Musik. Die Veranstalter des Marktes legen hohen Wert auf die Regionalität der Speisen und Getränke und achten darauf, die Stände an lokale Kunsthandwerkern zu vergeben , um die Tradition der Schwarzwaldregion zur Schau zu stellen.

Schweinhütter Waldweihnacht

Mitten im Bayrischen Wald zwischen Schweinhütt und Bettmannsäge liegt ein kleines Dorf aus Holzhütten das im Advent komplett vom Weihnachtszauber eingenommen wird. Hunderte Kerzen und Lagerfeuer erhellen den Wald und schaffen die einzigartige Stimmung der Schweinhütter Waldweihnacht. Neben kulinarischen Spezialitäten aus der Region und traditionellem Handwerk kann man den Krippenweg bestaunen und einer bayrischen Weihnachtsgeschichte im Theater folgen.

3. Die Kleinen aber Feinen

Es müssen nicht immer die Superlativen des größten Baums oder der meisten Besucher sein. Auch kleine, überschaubare Märkte haben ihren Charme! Schließlich macht doch gerade das gemütliche Beisammensein und Bummeln zwischen kleinen Hütten und regionalen Spezialitäten den Weihnachtsmarktzauber aus!

Passauer Christkindlmarkt

Natürlich darf der kleine, aber gemütliche Adventsmarkt auf dem Domvorplatz in der Passauer Altstadt nicht fehlen. Verschiedene Kleinhandwerker-Buden, regionale Spezialitäten und natürlich der Stand mit dem Punsch des Café Simon locken Einheimische, Studenten und Touristen in die Gassen des Weihnachtsmarkts.

Würzburger Weihnachtsmarkt

Würzburg kann nicht nur guten Wein, sondern auch tollen Glühwein (den es hier in herzförmigen Tassen gibt). Jedes Wochenende gibt es den Künstler-Weihnachtsmarkt an dem rund 30 Künstler ihre Werke zeigen und verkaufen. Aber auch unter der Woche ist der Markt einen Ausflug wert, schon allein der Spaziergang über eine der vielen Brücken oder die Marienkapelle die stimmungsvoll beleuchtet wird versetzt einen sofort in Weihnachtsstimmung.

Waldweihnacht auf Gut Mergenthau

Wer einen Weihnachtsmarkt sucht, auf dem alles geboten ist, was das Weihnachtsherz begehrt ist hier genau richtig. Der Glühwein ist lecker, das Stockbrot knusprig, die Kunsthandwerker talentiert, die Kinder kann mit Kamelreiten und der lebendigen Krippe vergnügen und wer vom Weihnachtsflair des Markts zur Dekoration inspiriert ist, kann hier auch gleich den Christbaum kaufen. Trotz dem breiten Angebot ist der Weihnachtsmarkt gemütlich klein und erstreckt sich nur über den Innenhof des Gut Mergenthau bei Kissing im Raum Augsburg.

4. Die Prominenten

Nicht vergessen darf man natürlich die Leonardo Di Caprios unter den Weihnachtsmärkten, also die Märkte an die man als erstes denkt man man Christkindlsmarkt hört! „German Christmas Markets“ sind tatsächlich ein Ding in den USA, Japan oder anderen Ländern aber Deutschlands bekannteste Märkte ziehen jedes Jahr Touristen weltweit magnetisch an.

Kölner Weihnachtsmarkt

Obwohl der Kölner Weihnachtsmarkt mit „nur“ rund 150 Hütten etwas kleiner als seine Kollegen in Berlin oder München ist, gilt er mit jährlich um die 4 Millionen Besucher als populärster Weihnachtsmarkt Deutschlands. Vor der beeindruckenden Kulisse des Kölner Doms erhebt sich ein hoher Christbaum um den sich viele verschiedene Buden reihen. Und garantiert bietet die ein oder andere Hütte auch die Kölner Weihnachtsspezialität, den Dom-Spekulatius an. Der Kölner Weihnachtsmarkt findet dieses Jahr sogar unter Einhaltung der 2G Regel statt.

 

Nürnberger Christkindlsmarkt

Weit bekannt ist der Weihnachtsmarkt in Nürnberg der jedes Jahr am ersten Advent vom Christkind mit einem Prolog auf der Empore der Nürnberger Frauenkirche eröffnet wird. Danach zieht es jährlich rund 2 Millionen Gäste in die Reihen der rot-weißen Buden um Nürnberger Lebkuchen und Rostbratwürstchen zu genießen.

Weihnachtsmarkt auf Schloss Thurn und Taxis

Seit 2001 wird der Markt von der Familie Thurn und Taxis veranstaltet. Ähnlich wie bei dem Christkindlsmarkt gibt es auch hier ein Christkind, dieses hat täglich drei Auftritte. Anders als bei den anderen Märkten kostet dieser zwar Eintritt dieser lohnt sich aber sehr. Die ganze Atmosphäre scheint wie verzaubert zu sein.

5. Die Historischen

Nicht nur die Anfänge Weihnachtsmärkte sind historisch, sondern auch die Gegenwart einiger Märkte. Während ein paar Märkte auf historischen Schauplätzen wie Burgen stattfinden, holen andere das Mittelalter zu uns.

Lübecker Christkindlmärkte

Zur Weihnachtszeit wird die Altstadt der norddeutschen Hansestadt, die als großflächigstes UNESCO Weltkulturerbe gilt, komplett zum Weihnachtsmarkt. Durch die Gassen der historischen Lübecker Innenstadt verteilen sich hübsch beleuchtete Stände, die wundervolles Kunsthandwerk aber auch Punsch und Leckereien anbieten. Kein Wunder, dass Lübeck sich selbst „die Weihnachtsstadt des Nordens“ nennt! Unter Einhaltung der 2G Regel finden die Lübecker Weihnachtsmärkte sogar auch in diesem Jahr statt.

Mittelalter-Weihnachtsmarkt in Esslingen

Inmitten von historischen Fachwerkhäusern tummeln sich im Advent in Esslingen Glasbläser und Schmiede, Gaukler und Feuerspucker sowie auch Wirte, die für das leibliche Wohl der Besucher sorgen. Auch ein Fackelumzug um die Esslinger Burg und mittelalterliche Konzerte sind auf dem Weihnachtsmarkt Programm.

Dinkelsbühler Weihnachtsmarkt und Weihnachtshof

„Ihr Kinderlein kommet …“, kennt doch jeder. Es wurde von einem Dinkelsbühler geschrieben, die Stadt die bis 2021 die schönste Altstadt Deutschlands hatte, hat einen wunderschönen verwinkelten Weihnachtsmarkt. Der Markt findet in Spitalhof und in den Gassen statt, es gibt eine Modell-Eisenbahn und unzählige Stände, die alles mögliche anbieten, es ist also für jeden was dabei.

Rothenburger Reiterlesmarkt

Wenn es schneit sieht es hier wirklich so aus wie im Märchen, also perfekt um über den Weihnachtsmarkt, den es seit dem 15. Jahrhundert gibt, oder das Historische Kunstgewölbe zu schlendern. Erst dieses Jahr wurde die Altstadt zu Deutschlands schönster Altstadt gekürt (wenn es möglich ist steigt auf die Stadtmauer und seht euch die Stadt von oben an). Falls ihr noch nicht genug in Weihnachtsstimmung seid, was kaum möglich ist wenn man sich passend zum Glühwein, den es in verschiedenen Sorten und Arten gibt, einen echten Rothenburger Schneeballen geholt habt, besucht das Weihnachtsmuseum in der Herrngasse. Leider ist dieser Markt auch abgesagt worden, die Terrasse beim Reichsküchenmeister lädt aber zum verweilen ein. Oder macht doch beim Glühweinhopping mit.

 

 

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