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Anstoß – Rückblick auf den 13. Spieltag der Bundesliga

Acht Tore in 97 Minuten im Derby-Wahnsinn von Dortmund und Münchens Treffen mit dem Angstgegner – der 13. Spieltag der Bundesliga

Hannover 96 – VfB Stuttgart

Im Freitagsspiel des 13. Spieltags empfing Hannover 96 mit Stuttgart den anderen Aufsteiger der Vorsaison. Die Gastgeber hofften dabei, die 4:0 Klatsche gegen Bremen wieder vergessen machen zu können. André Breitenreiter wechselte deshalb auf vier Positionen – darunter auch Philipp Tschauner, der erneut das Tor von 96 hüten sollte. Stuttgart musste im Vergleich zum Auswärtssieg gegen Dortmund auf Torschütze Akolo verzichten und ihn durch Takuma Asano ersetzen. Dieser sollte nach 24. Minuten seine Aufstellung auch rechtfertigen, als er nach einem groben Torwartfehler von Tschauner den Ball ohne große Mühe zum 0:1 in das Netz befördern konnte. Vorausgegangen war ein flacher Fernschuss von Gentner, den Tschauner direkt vor die Füße des Japaners abprallen ließ. In der 38. Minute reagierte er bei einem Abschluss von Özcan deutlich besser und verhinderte einen größeren Rückstand in der ersten Halbzeit, die eindeutig den Schwaben gehörte.

Wenn Hannover gefährlich wurde, dann war es Ron-Robert Zieler, der die Führung für Stuttgart mit seinen Paraden in die zweite Spielhälfte brachte. Hannovers Stürmer Harnik sollte in dieser jedoch nicht mehr am Spielgeschehen teilnehmen; nach schwacher Leistung wurde er gegen seinen ehemaligen Verein für Füllkrug ausgewechselt. Dieser sollte in der 76. Minute noch eine größere Rolle spielen: im Strafraum ging er in einem Zweikampf mit Holger Badstuber zu Boden. Sekunden danach tat es ihm Teamkollege Ostrzolek nach einer ungestümen Aktion von Pavard gleich. Elfmeter für den Hannover, den Füllkrug sicher zum 1:1 verwandelte. Die letzte Szene gehörte dann wieder dem VfB. Dennis Aogo vergab am Pfosten des Gegners und schaffte es den Ball aus drei Metern über das Tor zu befördern. An einer letztendlich nicht ungerechten Punkteteilung zwischen den Teams änderte das nichts mehr.

Borussia Dortmund – FC Schalke 04

Derbyzeit im Revier. Niemand mochte ahnen, dass es mit acht Treffern über eine Laufzeit von 97 Spielminuten eines für die Geschichtsbücher sein sollte. Trainer Bosz stand auch nach der jüngsten Niederlage am Dienstag gegen Tottenham in der Kritik. Schalkes Trainer Tedesco konnte hingegen mit fünf Siegen aus sechs Spielen eine gute Bilanz mit den Knappen vorweisen. In der 12. Spielminute waren es jedoch die Männer in Schwarz-Gelb, die zum ersten mal jubeln sollten: Aubameyang trifft nach Vorarbeit Sahin, der den Ball irgendwo zwischen verunglücktem Abschluss und beabsichtigter Vorlage zum Stürmer brachte. Dieser scheiterte im ersten Moment an der Parade Fährmanns, der Abpraller landete jedoch von seiner rechten Hand im Tor. Ein berechtigter Treffer, denn eine absichtliche Handbewegung war ihm in so kurzer Reaktionszeit nicht zu unterstellen. Nur sechs Minuten später erhöhen die Gastgeber auf 2:0, als Stambouli nach einem Freistoß von Sahin den Ball unhaltbar für seinen Keeper in das eigene Tor ablenkte.

Die Borussen fanden Gefallen am Spiel und verkürzten die Abstände, in denen sie ihre Tore erzielten. 3:0 in der 20. Minute durch das erste Saisontor von Mario Götze nach einer schönen Flanke von Aubameyang, der Stambouli am Flügel einfach stehen ließ. Der Mann aus Gabun zeigte eine ausgenommen starke Partie und bereitete auch das vierte Tor der Dortmunder durch Verteidiger Raphael Guerreiro vor. Tedesco versuchte das Debakel einzudämmen und brachte bereits zehn Minuten vor dem Halbzeitpfiff den eigentlich angeschlagenen Leon Goretzka für McKennie, der nahe am Platzverweis stand und Harit für den schwachen di Santo. Schalke bewies Nehmerqualitäten und begann in der zweiten Halbzeit nun auch Fußball zu spielen, was zum vermeintlich ersten Tor für Königsblau führte, als Naldo nach einem Freistoß treffen konnte, jedoch dabei im Abseits stand. Kurz darauf musste Ralf Fährmann fast zum fünftem mal hinter sich greifen, als er im eigenen Strafraum den Ball an Aubameyang vertändelte, dieser jedoch nicht schnell genug den Abschluss suchte.

In der 61. Minute sollte es jedoch dann endgültig soweit sein: Burgstaller erzielte das 4:1 per Kopf. Harit bestätigte die nun deutlich bessere Leistung seiner Mannschaft mit seinem Treffer zum 4:2 nur vier Minuten später. Dortmund schien die Partie nun komplett zu entgleiten. Mit einer Gelb-Rote Karte erwies Aubameyang seinem Team nach wiederholtem Übereifer im Zweikampf dann auch noch einen Bärendienst, die nun die letzten 25 Minuten in Unterzahl bewältigen mussten. In der 73. Minute war es dann Roman Weidenfeller (für den angeschlagenen Bürki im Tor), der mit Glanzparade den dritten Treffer von Schalke verhindern konnte. Gegen Caliguiris Rechtsschuss zehn Minuten nach dieser Szene war er jedoch ohne Chance. 4:3 nach 90 Minuten – für alle Anhänger von Schwarz-Gelb hieß es jedoch noch etwas länger bangen: sieben Minuten Nachspielzeit. In dieser sollte es dann Naldo sein, der den letzten Akt zu einem denkwürdigen Ende brachte: Kopfballtor nach Vorarbeit Konoplyanka. Schalke gewinnt nicht nur einen Punkt, sondern gefühlt auch das ganze Spiel gegen den Erzrivalen.

RB Leipzig – SV Werder Bremen

Trainer Florian Kohfeldt versuchte mit den Bremern an das starke Spiel gegen Hannover anzuknüpfen und somit einen weiteren Schritt weg von den Abstiegsrängen zu machen. Die Leipziger hatten noch das Auswärtsspiel in Monaco in den Knochen, wo man souverän 1:4 gewinnen konnte, bei dem sich jedoch auch Mittelfeldmann Sabitzer schwer an der Schulter verletzte. Für ihn begann Demme die Partie von beginn an, der auch am ersten Abschluss der Partie in der 17. Minuten beteiligt war, jedoch am gut reagierenden Pavlenka scheiterte. Werder agierte taktisch mit einer Fünferkette, die Leipzig lange Zeit vor Probleme stellte. Schließlich war es dann ein Fehler im Defensivverbund der Gäste, den RB in Gestalt von Naby Keita nach einer halben Stunde ausnutzen konnte und ihnen völlig verdient die Führung brachte.

Noch vor der Pause vergab Neu-Nationalspieler Halstenberg per Kopf. Aufgrund einer Verletzung musste er später dann in der Kabine bleiben. Werder kam in der zweiten Hälfte besser zurück auf den Rasen und kam dem Ausgleichstreffer durch ein beinahe-Eigentor von Upamecano und einem Fallrückzieher von Bartels etwas näher. Letzterer hatte auch in der 75. Minute die Möglichkeit zu treffen, schaffte es jedoch nicht Torhüter Gulacsi zu überwinden. Leipzig – jetzt lange nicht mehr so dominant wie über weite Strecken der Begegnung – vergab die Vorentscheidung durch Poulsen drei Minuten später. Den 2:0 Schlusstreffer konnte dann Bernardo in der 87. Minute erzielen, nachdem er sich binnen kurzer Zeit an drei Abschlüssen versuchte, von denen der dritte dann auch in den Maschen landete.

Eintracht Frankfurt – Bayer 04 Leverkusen

Unverändert schickte Trainer Kovac sein Team in die Partie. Heiko Herrlich musste hingegen zweimal Wechseln und brachte Retsos und Alario für den kranken Bailey. 30 Minuten sollte es dauern, bis beide Teams – für den geneigten Fußballfan irgendwo zwischen Augenhöhe und Langeweile – zielstrebig auf das gegnerische Tor spielten. In dem Fall war es Lucas Alario, der für Bayer innerhalb von drei Minuten jeweils Aluminium traf. Auch Volland scheiterte mit zwei Versuchen an Keeper Hradecky, der die weiße Weste von schwachen Frankfurtern in der ersten Halbzeit wahren konnte. Torwart Leno musste in der ersten Hälfte gar nicht eingreifen, da die Eintracht ohne Schuss auf sein Tor blieb.

Nico Kovac hatte seiner Mannschaft mit Sicherheit einiges mitzuteilen in der Kabine. Das würde auch erklären, warum die Eintracht dann auch die erste gute Szene nach Wiederanstoß zeigte. Rebic kam am Elfmeterpunkt gegen zwei Gegenspieler zum Schuss, wodurch Leno zur Parade gewzungen wurde. Dies markierte den Punkt, wo die Gastgeber nun spielbestimmend waren. Eine Neuaflage des Duells gab es in der 60. Minute, wo Leno erneut Sieger gegen Rebic blieb. Einen Konter der Werkself über Havertz und Mehmedi wusste Kevin Volland dann in der 76. Minute zu vollstrecken. Achtes Saisontor für den Stürmer, welcher auch im letzten Spiel gegen Leipzig erfolgreich war. Frankfurt spielte weiterhin bemüht, schaffte es aber nicht, wenigstens einen Punkt zu erlangen. Die Eintracht fällt somit auf Platz neun; Leverkusen sichert sich vorerst Platz sechs – punktgleich mit Hoffenheim und mit einem Zähler weniger als Dortmund.

SC Freiburg – FSV Mainz 05

Den ersten Akzent der Partie konnte Levin Öztunali kurz nach Anpfiff setzen, als er für die Mainzer nur knapp am Pfosten vorbeigeschossen hat. Haberer im Trikot der Freiburger tat es ihm wenig später gleich. Es entwickelte sich eine Partie, die zwar einige Offensivaktionen hervorbringen konnte, jedoch aufgrund deren mangelnder Gefährlichkeit nicht mit Spannung glänzte. Den ersten richtigen Abschluss auf ein Tor gab es erst in der 38. Minute; den ersten Torerfolg konnte dann Freiburg für sich verzeichnen, als Nils Petersen von einem groben Aussetzer von Sechser Danny Latza profitierte, nachdem dieser einen no look Pass auf seinen Keeper Zentner spielen wollte und den lauernden Petersen nicht bemerkte. Die Gastgeber waren nun wesentlich aktiver und näherten sich dem Tor der Mainzer ein ums andere Mal an.

Darunter auch ein spektakulärer Versuch von Gbmamin, der Torwart Schwolow beinahe überwinden konnte, als er noch in der eigenen Hälfte aus gut 60 Metern einen Fernschuss an die Latte setzte, wodurch der Ball dann wieder zurück auf das Feld abgelenkt wurde. Schwolow, der zu weit vor der eigenen Torlinie stand und die Orientierung kurzzeitig verlor, konnte den Flugkopfball vom aufgerückten Kodro jedoch dann festhalten. In der 90. Minute belohnte sich Freiburg und konnte auf 2:0 durch Kath stellen, musste jedoch zwei Minuten später noch den Anschluss durch Berggreen hinnehmen, der in seinem ersten Ligaspiel mit dem Rücken zum Tor den Ball stark behauptete und mit seiner nächsten Bewegung erfolgreich abschließen konnte. Verhindern konnte er jedoch dann auch nicht, dass Mainz fortlaufend ohne Auswärtssieg in der Liga verbleibt.

FC Augsburg – VfL Wolfsburg

Kein Spiel ohne kontroverse Entscheidungen – egal ob aktives Eingreifen des Videoassistenten oder wenn dieser eben fälschlicherweise nicht eingreift. Dieses mal sollte die WWK Arena in Augsburg Schauplatz für Szenen werden, die mit Sicherheit noch Diskussionsstoff bieten. Keine zehn Minuten wurde bis zu entsprechenden Situation gespielt: FCA Stürmer Finnbogason ging auf dem Weg Richtung Tor noch vor dem Sechzehner zu Boden, als es einen leichten Kontakt mit Maxi Arnold gab. Schiedsrichter Stieler entschied auf Freistoß und Gelb für Arnold. Daraufhin meldete sich der Videoassistent beim Unparteiischen. Nach kurzer Rücksprache suchte Stieler selbst den Monitor am Spielfeldrand auf, um sich den Hergang nochmal anzuschauen. Die gelbe Karte nahm er zurück, nur um Arnold glatt Rot zu zeigen. Sky-Experte Markus Merk bemängelte noch während des Spiels, dass dies ein „falsches Eingreifen des Videoassistenten sei“. Eigentlich sollte dieser nur dann in Erscheinung treten, wenn es sich um eine klare Fehlentscheidung handele. Arnold war allerdings nicht letzter Mann, wodurch eine Verwarnung ausgereicht hätte.

Diese Unterzahlsituation der Wölfe sollte sich über das ganze Spiel bemerkbar machen. Etwas überraschend erzielten im weiteren Spielverlauf dann die Gäste den ersten Treffer. Nachdem Keeper Hitz einen eigentlich harmlosen Flachschuss von Didavi nicht sauber aufnehmen konnte, drehte sich der Ball um den Schlussmann in das Augsburger Tor. Wolfsburg zog sich mit der Führung im Rücken in der zweiten Hälfte jedoch stark zurück, sodass Gregoritsch nach einer tollen Bewegung im gegnerischem Strafraum in der 51. Minute den verdienten Ausgleich erzielen konnte. Dann wurde zum zweiten mal im Spiel eine Entscheidung von Referee Stieler revidiert, als er einen Elfmeter für Augsburg zurücknahm, den die Gäste nach einem Kontakt von Casteels an Caiyuby zugesprochen bekommen hatten. Im Vergleich zur ersten Entscheidung war das Eingreifen des Assistenten am Monitor hier jedoch berechtigt und korrekt. Für die erste Niederlage im neunten Spiel von VfL Trainer Schmidt sorge dann Finnbogason, der nach einer Hereingabe von Max den 2:1 Endstand für Augsburg herbeiführte.

Borussia Mönchengladbach – FC Bayern München

Die Bayern traten die Reise in den Borussia-Park in Mönchengladbach zwar mit einem Sieg aus dem Champions League Spiel gegen Anderlecht an, jedoch war dieser Erfolg mehr glücklich als gekonnt. Ausgerechnet Gladbach sollte dann der Gegner im Samstag Abendspiel sein, der sich in jüngster Vergangenheit als eine der schwierigsten Aufgaben für den Rekordmeister etablierte. In den letzten fünf Aufeinandertreffen war die Bilanz ausgeglichen: zwei Siege Bayern, zwei Siege Gladbach und ein Unentschieden. Jupp Heynckes hatte weiterhin mit personellen Sorgen zu kämpfen, da sowohl Thiago als auch Robben eine Verletzung im letzten Spiel hinnehmen mussten. Dies sollte sich auch bemerkbar machen, da die Gäste eine überwiegend ideenarme Vorstellung in der Offensive ablieferten. Für ein erstes Aufsehen sorgte jedoch ein Luftduell, bei dem Kramer vom eigenen Mann heftig im Gesicht getroffen wurde. Erinnerungen an das Finale der Fußball WM in Brasilien wurden wach und genau wie damals musste Kramer benommen ausgewechselt werden.

Diszipliniert agierende Gladbacher setzten auf Konter und konnten in der 39. Minute dann auch den Führungstreffer erzielen, nachdem Niklas Süle im eigenen Strafraum zum Handspiel greifen musste und somit einen Elfmeter verursachte. Keeper Ulreich war am Elfer von Hazard zwar noch dran, konnte ihn aber letztendlich nicht abwehren. Bis auf einen Distanzschuss von Rudy in der 29. Minute kam von den Bayern zu wenig. Erst kurz vor der Halbzeit bot sich eine gute Chance durch Lewandowski. Der Pole setzte einen verlängerten Kopfball von Tolisso mit dem Rücken zum Tor per Hacke an den Pfosten. Wo die Gäste ihre Chancen nicht verwerten konnten, blieb die Fohlenelf weiterhin effektiv: Stindl ließ Vidal im Strafraum stehen und passte den Ball scharf vor das Tor der Münchner – Ginter musste nur noch den Fuß hinhalten. Nach der Pause gab es auf beiden Seiten weitere Chancen, von denen allerdings nur noch Arturo Vidal in der 74. Spielminute mit einem Schuss ins linke Eck eine verwerten konnte. Damit fügten die Gladbacher – jetzt auf Tabellenplatz 3 – den Bayern und auch Trainer Heynckes die erste Niederlage seit zehn Spielen zu.

Hamburger SV – TSG 1899 Hoffenheim

Auch die Gäste aus Sinsheim waren unter der Woche international gefordert. Im Spiel in Braga gegen Sporting musste man sich mit 3:1 geschlagen geben, woraus das Ausscheiden in der Europa League resultierte. Hamburg hoffte bei typischem Regenwetter auf den zweiten Heimsieg in Folge. Dies sollte mit einer Doppelspitze aus Jann-Fiete Arp und Bobby Wood erreicht werden, die erstmalig gemeinsam in dieser Konstellation in der Startelf standen. Die Kraichgauer tauschten gleich auf vier Positionen. Darunter auch Serge Gnabry, der bereits in der 2. Minute die erste nennenswerte Aktion hatte, jedoch nicht zum Torerfolg gelangen konnte. Es sollte dann aber der HSV sein, der vier Minuten später in Führung ging durch ein Eigentor von Akpoguma. Neben einem Schuss von Kostic sollte dies die einzig wirklich zwingende Offensivaktion sein in einem sonst überschaubarem Spiel.

Gerade Hoffenheim zeigte sich völlig ungefährlich, was Trainer Nagelsmann dazu veranlasste, in der zweiten Hälfte mit Amiri, Szalai und Kramaric gleich drei neue Spieler für den Angriff zu bringen. Der Doppelsturm aus Arp und Wood zeigte sich jedoch mit Abschlüssen wie einem Pfostentreffer aus der 50. Minute wesentlich präsenter. Kostic konnte in der 75. Minute dann auch praktisch schon die Vorentscheidung herbeiführen, als er mit einem direkten Freistoß Hoffenheim überraschte, die – gedanklich nicht auf der Höhe – wohl dachten, dass der Ball noch nicht freigegeben war. Den Schlusspunkt setzte Jung in der 88. Minute, als er mit seinem ersten Bundesligator auf ein völlig ungefährdetes 3:0 für den HSV stellen konnte, wodurch sie nun auf Platz 15 der Tabelle stehen mit 13 Punkten auf dem eigenen Konto.

1. FC Köln – Hertha BSC Berlin

Nächster Spieltag mit den gleichen Problemen auf Seiten der Kölner: große Verletzungssorgen und ein Selbstbewusstsein, welches so tief im Keller ist wie der Name „Köln“ in der Tabelle der Liga. Hoffnung machte da nur der Sieg gegen Arsenal London, als man vergangenen Donnerstag vor heimischen Publikum letzte Chancen auf einen Verbleib in der Euro League wahrte. Hertha konnte hingegen im Spiel gegen Atletic Bilbao nicht gewinnen – 3:2 lautete der Endstand für das Team von Trainer Dardai am Ende der Reise nach Spanien. Herthas Kapitän Ibisevic kehrte wieder zurück in die Startformation und sollte die Gastgeber nach 17 Minuten in Rückstand bringen. Kölns Doppelspitze (bestehend aus Pizzaro und Guirassy) kombinierte nicht ganz zehn Minuten später schön und kratzte so am zügigen Ausgleich. Die nächste Szene gehörte jedoch dann schon wieder Berlin, als Torwart Horn einen Doppelpack von Ibisevic mit toller Parade nur knapp verhinderte.

Nach der Pause ließ es sich mit dem Videobeweis ein alter Bekannter nicht nehmen, auch in dieser Woche beim 1. FC vorbeizuschauen: bei einem Schuss von Guirassy bekam Verteidiger Rekik den Ball an die Hand. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus beriet sich mit dem Videoassistenten und nutzte anschließend die Review-Zone, um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Über zweieinhalb Minuten sollte es dauern, bis sie eine Entscheidung fällte: kein Elfmeter für Köln. Die Gastgeber waren jedoch auch ohne Strafstoß kurz vorm Ausgleich, als Handwerker in der 60. Minute abzog und nur knapp an Rune Jarstein im Tor scheiterte, der zur Ecke klären konnte. Einen Elfer sollte es dann aber doch noch geben, als Lehmann im Strafraum gegen Selke zu langsam war. Ibisevic nahm sich den Ball und versenkte zum 0:2 Endstand. Köln bleibt am Ende des 13. Spieltags somit unverändert und abgeschlagen auf dem letzten Rang der Tabelle.

 

Unter dem Titel „Anstoß“ blickt Autor Michael Müllinger bei blank jede Woche auf den letzten Spieltag der deutschen Fußball Bundesliga zurück, um dabei über die wichtigsten und ungewöhnlichsten Geschehnisse auf und neben dem Platz zu berichten.

 

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