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Stuttgart Electronic Music Festival 2017

Am Samstag, den 16. Dezember 2017, fand zum 11. Mal das Stuttgart Electronic Music Festival statt – kurz SEMF. Ein jährlich stattfindendes Indoor-Festival und wahrscheinlich eines der letzten großen Musikfestivals der elektronischen Tanzmusik diesen Jahres.

2006 fand das Festival zum allerersten Mal statt, damals über drei Tage, unter anderem Namen, in einem Club mit gerademal 2000 Besuchern. Heute ist das SEMF nach eigenen Angaben das größte Indoor-Festival Süddeutschlands mit ca. 18000 Besuchern – seit 2011 findet das Festival auf dem Gelände der Neuen Messe Stuttgart statt. Auf fünf Stages – Blue, Green, Yellow, Red und Komme Was Wolle – zeigten nationale und internationale Top-Acts der Techno- und House-Szene wie Chris Liebing, Nina Kraviz, Sven Väth, Dominik Eulberg, Klaudia Gawlas, Lexy & K-Paul, Moonbootica, Recondite oder Solomun was sie drauf haben. Von acht bis acht Uhr wurde in den Hallen getanzt ohne Ende. Die ersten beiden Ticketstufen waren schnell ausverkauft, Karten gab es jedoch bis zum Festival zu kaufen, zuletzt für 59,90€. Passend zum zweiten SEMF-Jahrzehnt überraschten die Veranstalter mit ganz neuem Floor- und Stagedesign. Gerade der Anteil Stuttgarter DJs darf seit dem ersten SEMF nicht fehlen, und war in keinem Jahr höher als in diesem, was dem Label “Komme Was Wolle – Kultur & Events” zu verdanken ist. Eine Besonderheit der SEMF Special Effects waren die großen Lichtfiguren “DUNDU” von dem deutschen Puppenspieler und -bauer Tobias Husemann. DUNDU steht für DU UND DU: “Der Name ist dabei die gelebte Philosophie und der Betrachter bist DU”. Passend zu den Electrobeats tanzten die Figuren im Einklang mit den Menschen und sorgten für ein außergewöhnliches Erlebnis.

Bereits um 20 Uhr füllten sich die Hallen rapide als die ersten drei Stages um 20 Uhr von den Djs eröffnet wurden. Die Stimmung war super, die Leute hatten Bock zu feiern – was bei dem Lineup in der Location auch kein Wunder ist: die größen Stages waren die Green und die Blue Stage, die direkt beieinander lagen. Dort heizten weltweit bekannte Stars wie Nina Kraviz, Len Faki, Chris Liebing, Sven Väth oder Solomun die Menschenmengen ein. Mit atemberaubenden Lichteffekten und hochwertiger Soundqualität blieben keine Füße still. Man sah den Besuchern ihre Begeisterung und Freude an dem Festival förmlich an – nicht ohne Grund besuchten einige Fans das Festival schon zum wiederholten Male.

Aber auch die kleineren Stages, die Red und die Yellow Stage, die widerum auch beieinander lagen, lockten die Menschen mit allerfeinsten Technoacts wie Victor Ruiz, Klaudia Gawlas, Pappenheimer oder Aka Aka. Die DJs gaben von Anfang bis Ende alles, sei es ein ein-, zwei- oder sogar dreistündiges Set gewesen – auch die Gäste schienen nicht müde zu werden.

Wer doch mal  eine Pause brauchte, konnte sich in der Chillout Area bei der Komme Was Wolle Stage bei lokalen Djs auch mal entspannt auf einen ausgelegten Teppichboden setzen und sich eine Auszeit gönnen. Diese Area lag mitten auf dem Gelände zwischen den anderen vier Stages, so dass man sie weder verfehlen konnte, noch lange Wege dorthin zurücklegen musste. Dort befanden sich auch zwei von den vier „FRED“ Raucherbereichen, die aus Sicherheitsgründen in den angrenzenden Außenbereichen eingerichtet wurden, und diverse Getränke- und Essensausgaben, die Schließfächer, die man käuflich erwerben konnte, und auch zahlreiche Toiletten – was aber auch alles vereinzelt auf dem restlichen Gelände zu finden war. Insgesamt ist die Bühnenaufteilung, der Timetable und die gesamte Logistik sehr zu loben. Auch bei diesem Indoor Techno Festival wurde das Tokensystem eingesetzt – die Getränke- und Essenspreise waren natürlich nicht gerade billig, aber die Tokenrückgabe am Ende funktionierte immerhin einwandfrei.

Als Besucher hat man auch kaum von irgendwelchen Polizei- oder Krankenwageneinsätzen mitbekommen, insgesamt schien es ein rundum friedliches Festival gewesen zu sein. Es wurde viel und lange gefeiert – wer nach acht immernoch motiviert war, konnte auch zu einer der offiziellen oder inoffiziellen Aftershow Partys in Stuttgart gehen. Es war die ganze Nacht lang möglich, mit der S-Bahn einfach und sicher von dem Messegelände in die Stadt oder heim zu kommen. Alles in allem ist aber wohl zu sagen, dass auch das 11. Stuttgart Electronic Music Festival ein großer Erfolg war. An dieser Stelle auch nochmal ein Dank an die Veranstalter, die mit einem Booklet und über Facebook ihren Fans bei allen Fragen und Problemen vor dem Festival, währenddessen und auch danach zur Seite standen. Bis zum nächsten Jahr!

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