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13. Türchen: Weihnachtsbeleuchtung- Glitzerwunder oder Tierschreck?

Trotz der Energiekrise bei uns in Deutschland beginnt, wenn auch bei vielen dieses Jahr in abgespeckter Form, der Wettkampf um das schönste, hellste oder ausgefallenste Eigenheim. Vielen Menschen gibt die Weihnachtsbeleuchtung ein wohliges und schönes Gefühl in der kalten Jahreszeit. Sie müssen oft bis in die Dunkelheit arbeiten und bekommen wenig Tageslicht ab. Durch das Lichterspektakel wird ihnen wenigstens eine kleine Freude bereitet. Jedoch haben die wohlig-warm leuchtenden Lichterketten und Co nicht nur Positives im petto. Durch das permanente Licht werden Flora und Fauna in Mitleidenschaft gezogen.

So werden Insekten von dem künstlichen Licht angelockt und verlieren die Orientierung.[1] Durch die meist heißen Glühlampen verbrennen die Tiere, wenn sie zu nah an die Lichtquelle fliegen.[2] Außerdem wird durch die verlängerten Lichtphasen der Tag-Nacht-Rhythmus der tierischen Bewohner gestört. Beispielsweise werden Vögel nachts wach, was sie viel Energie kostet, welche sie nicht durch Nahrung aufholen können. Zudem wird ihr Immunsystem geschwächt. Auch führt der verschobene Rhythmus zu einem früheren Brutverhalten, was in der kalten Jahreszeit gefährlich für den Nachwuchs ist.[3] Die stark beleuchtete Umgebung führt zu fehlenden Rückzugsmöglichkeiten, kann irritierend wirken und dafür sorgen, dass Tiere ihre Heimat verlieren.[1] So werden Vögel von hellen Lichtquellen angezogen und laufen Gefahr gegen beleuchtete Gebäude zu prallen. Die immer beliebter werdenden Laser können die Augen von Haus-, und Wildtieren verletzen.[4] Für die Tiere die Winterruhe halten, sind die hellen Nächte für den Schlafrhythmus störend. Dies bringt, dass sie weniger fressen und dadurch ein geringeres Fettpolster ansetzen.[5] Folglich können die Tiere verhungern. Des Weiteren verschiebt sich die Dynamik zwischen nachtaktiven Räubern und deren Beute. Zum Beispiel ist es durch das Licht einfacher für Fledermäuse, Spinnen, Kröten und vereinzelte Mäusearten an Insekten zu kommen.[6] Jedoch können die Insekten schneller an der Beleuchtung verglühen, was dann wiederum zu Nahrungsmangel führt. Auch für die Pflanzenwelt ist die starke Weihnachtsbeleuchtung ein Einschnitt in ihren Biorhythmus. Bäume bilden früher Knospen und sind deshalb frostanfälliger.[7]

Zum Schluss noch ein paar Tipps, wie man der Tier-, und Pflanzenwelt etwas Gutes tun kann:

1)  Die Weihnachtsbeleuchtung nur so lange angeschaltet lassen bis man ins Bett geht

2) Eine Zeitschaltuhr benutze

3) Die Oberflächentemperatur einer Lampe sollte nicht über 60 Grad liegen [1]

4) Weniger Licht mit violett und blau benutzen (unter 3000 Kelvin ist warmes Licht) [5]

5) Das Anstrahlen von Bäumen und Sträuchern vermeiden

6) Keine Laser benutzen und blinkende Lichter vermeiden [4]

 

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