Der Passauer Poetry Slam im Scharfrichterhaus

Am Samstag war es wieder soweit! Erneut fand der Passauer Poetry Slam statt, dieses Mal auf der neuen Bühne im Scharfrichterhaus. Obwohl es sich um eine Gegenveranstaltung zur Dult handelte, waren die Karten schon lange vorher komplett ausverkauft. Das hielt viele (einschließlich unserer BLANK-Redakteurin) aber nicht davon ab, es sich auf dem Boden oder neben der Bühne bequem zu machen.

Für alle, die noch nie auf einem Slam waren: Es handelt sich dabei um einen Dichterwettstreit, bei dem nur eigene Texte, ohne Requisiten, vorgetragen werden dürfen. Die Poeten haben acht Minuten Zeit, um die Jury, also das Publikum, von ihrem Können zu überzeugen. Am Ende entscheiden die Besucher, wer der Beste war.

Moderiert wurde das ganze von Sebastian Ruppert (viele kennen ihn vermutlich auch schon vom Improtheater) und Karla Schnikov, die zu Beginn selbst einen Text zum Besten gaben.

Und die Schweißperlen ehren nur den Akt der Schöpfung

bis zum Ende der finalen Scharfrichterköpfung

Es geht los – gleich hier auf diesen dreckigen Dielen

holt man sich Schwielen

Also heute ohne Vorspiel, Schatz!

Nimm einfach Anlauf!

Denn für 8 Minuten Spaß

nimmt man vieles in Kauf.

Syphilis? Sisyphos wusste schon:

Keep it rollin‘, Baby! Keep it rollin‘!

In Bewegung, yeah! Immer in Bewegung!

Ein Highlight des Abends war die Vergebung der „Kleinoden“: ein Elchkissen, ein Sexbuch und das Buch von Martin Sieber. In der Pause konnten die Zuschauer selber Dichter spielen und mit ihren eigenen Gedichten die Jury davon überzeugen, warum ausgerechnet sie das Kleinod verdient hätten.

Insgesamt standen acht Poeten auf der Bühne, unter ihnen viele „alte Hasen“ wie Martin Sieber, der Zweitplatzierter wurde und übrigens bereits ein Buch geschrieben hat. Aber es wagten sich auch viele neue Gesichter ins Rampenlicht, zum Beispiel Astrid Wagner. Die 19-jährige Passauerin stand zum ersten Mal auf der Bühne. „Aufgeregt war ich aber nicht“, sagte sie. „Es hat so Spaß gemacht. Ich denke, ich werde das auf jeden Fall nochmal machen.“

Am Ende gewann Julian Kalks aus Nürnberg mit seinen nachdenklichen Texten.

Wer den Poetry Slam verpasst hat, weil er leider keine Karte bekommen hat oder am Samstag die Dult unsicher machte, der kann sich jetzt schon mal auf das nächste Event am 15. Mai – wieder im Scharfrichterhaus – freuen.

Eine Antwort

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.