Allen mündigen, sich ihrer Rechten bewussten Studierende steht am Dienstag (11.07.2017, 9-18 Uhr) in der ISA erneut die Möglichkeit offen, über die zukünftige Zusammensetzung der Fakultätsräte, des Studentischen Konvents/Studierendenparlamente und des Senats zu bestimmen. Neben euren Lieblings-Fakultätsvertretern könnt ihr euch zwischen den fünf folgenden Parteien entscheiden, welcher ihr euer Kreuzchen schenkt. Und für die, die ganz fix wissen möchten, wer am besten zu ihnen passt, steht der Mat-O-Wahl zur Verfügung: http://mat-o-wahl.stuve-unipassau.de/.

Nachhaltigkeit ist die Maxime der Grünen Hochschulgruppe, doch auch Inklusion, Gleichberechtigung, Transparenz und Studienfreundlichkeit zählen zu den Grundsätzen der Gruppe. Diese finden sich im Wahlprogramm wieder, wie etwa in dem Ziel Grüner Campus. Der Fokus liegt auf Mülltrennung und recyclebarem Papier. Dieses Jahr wurde bereits das Campus Gardening (BLANK berichtete) umgesetzt, das mit seinen Sitzgelegenheiten und Veranstaltungen auch zu den Offenen Räumen zählt, die den Campus lebenswert gestalten sollen. Innerhalb der Uni-Gebäude sollen ebenfalls Offene Räume, wie Schlafplätze, entstehen. Um auch die Bib-Pausen in der Mensa besser genießen zu können, soll das Angebot an vegetarischen und veganen Gerichten erhöht werden und ein verbessertes Feedback-System eingerichtet werden. Zur Studienerleichterung setzt sich die GHG außerdem für eine Angleichung der Prüfungsfristen der verschiedenen Fakultäten und eine Verlängerung dieser, sowie eine Bekanntgabe der Prüfungstermine zu Semesterbeginn ein. Ebenso wird der Mangel an Dozierenden und Seminarplätzen kritisiert. Ein Thema, das der GHG besonders wichtig ist, ist die Forderung nach einer zweiten Psychologenstelle. Es wurde bereits auf Antrag der GHG im Studierendenparlament´ein offener Brief formuliert, der die prekäre Situation kritisiert: Der Unipsychologe vergibt momentan keine neuen Termine und auch bei Psychologen mit Praxen in der Stadt betrage die Wartezeit mehrere Monate. Zudem soll ich die Transparenz bei allen universitären Gremien sowie bei der Drittmittelfinanzierung und den Forschungsthemen erhöhen. Die Mitbestimmungsrechte der Studierenden bei Entscheidungen sollen sich ebenso verbessern, die Grünen wünschen sich eine Verfasste Studierendenschaft.

Im vergangenen Jahr initiierte die GHG die Erstellung der gemeinsamen neuen Homepage für StuPa und AStA und setzte den Antrag durch, dass die Beauftragtenpositionen halbjährlich für ein ganzes Jahr vergeben werden, um so erworbenes Wissen an den Nachfolger weitergeben zu können. Ebenso stellte sie mehrere Beauftragte, wie für Mensa und Öffentlichkeit, sowie den Senator.

Das ausführliche Programm der GHG findet ihr hier.

Die Jungozialisten stehen für Gleichberechtigung, einen weltoffenen Campus, Feminismus, Gerechtigkeit und studentische Mitbestimmung. In ihrem Wahlprogramm äußert sich das in sechs Punkten:

Die Gruppe fordert eine verfasste Studierendenschaft, um die Beteiligung und Mitbestimmung der Studierenden am universitären Geschehen zu erhöhen und verfolgt dieses Ziel über den bayerischen Jusos-Verband im Landtag. Um die Studienbedingungen konkret zu verbessern, setzen sich die Jusos für eine Digitalisierung der Bibliotheken, um den Studierenden so leichteren Zugang zur Literatur zu verschaffen. Hierzu zählt auch, dass die Universität kostenlose Lernsoftware zur Verfügung stellen soll. Außerdem wird kritisiert, dass zu wenig Seminarplätze vorhanden seien. So entständen lange Wartezeiten, die sogar dazu führten, dass die Studienzeit verlängert werden müsse. Auch sollen Exkursionsgelder gerechter aufgeteilt werden. Im Hinblick auf ein Master-Studium wünschen die Jusos sich eine verbesserte Aufteilung der ECTS-Punkte, denn oft werden in einigen Bereichen bestimmte Hürden anderer Unis nicht erreicht. Zudem soll von der Universität garantiert werden, dass Bachelorabsolventen sicher einen Platz in dem dazugehörigen Masterprogramm erhalten. Das klassische Jusos-Thema darf natürlich nicht fehlen: die Fairen Löhne. Die Arbeiter der universitären Mitarbeiter, auch studentischen Mitarbeiter, soll wertgeschätzt werden und dementsprechend entlohnt werden.

Im vergangenen Jahr veranstalten die Jusos Vorträge zu den Themen „Verfasste Studierendenschaft“ mit Isabel Zacharias und „#nofilter“ mit Johanna Uckermann und Jochen König. Im StuPa wurde ihr Antrag, Lernräume an der Universität einzuführen, angenommen.

Das ausführliche Programm der Jusos findet ihr hier.

Das Wahlprogramm der Liberalen Hochschulgruppe spiegelt den Humboldtschen Wunsch nach einem freien, selbstbestimmten Studium als mündiges Wesen wider. Grundlegend ist die Annahme, dass jeder selbst wisse, was für ihn am besten sei. Dabei konzentrieren sie sich auf Probleme, die Studierende direkt an der Uni betreffen und das Studium erschweren – Bundes- und Landespolitik will die LHG nicht betreiben, hierfür sei der Landesverband zuständig. Ebenso wenig will sie sich mit „ideologischen Grabenkämpfen“ aufhalten, sondern ihre Energie auf konkrete Problemlösungen konzentrieren.

Ein wichtiger Punkt des Programms ist die Prüfung & Lehre: Rechtzeitige Bekanntgabe der Prüfungstermine, Nachschreibeklausuren in jedem Semester, anonyme Klausurenbewertung und eine bessere Betreuungssituation in Seminaren werden gefordert. Zudem soll in der Mensa und den Cafeterien zu erweiterten Öffnungszeiten von mehr Personal eine vielfältigere Auswahl an Mahlzeiten angeboten werden. Insbesondere auf Allergiker soll dabei Rücksicht genommen werden. Die Trinkwasser- und Kaffeeversorgung soll ebenfalls verbessert werden. Ein weiterer Aspekt ist die Digitalisierung der Hochschule: Aufzeichnung aller Vorlesungen, Bücher in elektronischer Form, besseres WLAN und mehr Campuslizenzen. Auch die derzeitige Situation für Menschen mit Behinderung und Studierende mit Kind wird in Angriff genommen: noch mehr Barrierefreiheit in Kopf und Hörsaal und etwa mehr Unikrippenplätze. Um dem internationalen Charakter der Universität Passau gerecht zu werden, fordert die LHG mehr Partneruniversitäten. Auch im direkten Schaffensprozess liegt der Fokus auf der Freiheit: so sollen nicht nur Forschende die Forschungsfreiheit genießen, sondern auch Hochschulgruppen einen höheren Spielraum etwa über Eigenfinanzierung zugestanden bekommen. Zentral ist außerdem die Forderung nach einer besseren Finanzierung der Universität, zum Beispiel durch Drittmittel oder nachgelagerte Studienbeiträge. So scheiterten die meisten Projekte, die an die Unileitung herangetragen werden, am Geld, und nicht an mangelnder studentischer Mitbestimmung.

Im vergangenen Jahr erreichte die LHG Fortschritte bei den Themen der Trinkwasserspender und der Barrierefreiheit, stellte die Beauftragten für Kultur und Menschen mit Behinderung, wobei unter anderem ein Stammtisch für Menschen mit Behinderung geschaffen wurde, von dem aus Forderungen ins StuPa getragen werden konnten. Auch wurden mehrere Vorträge, wie zum Thema „Zukunft der Digitalisierung am Arbeitsplatz“ oder zum „Persönlichen Engagement zur Freilassung des saudischen Bloggers Raif Badawi“ von Albert Duin veranstaltet.

Das ausführliche Programm der LHG findet ihr hier.

LUKS definiert sich klar als linke Hochschulgruppe und setzt sich für eine solidarische Gesellschaft und gegen Diskriminierung ein. Dabei beschränkt sie sich nicht auf die Uni, sondern engagiert sich auch außerhalb. So wurden im StuPa zwei Anträge über quotierte Redelisten und einen weltoffenen Campus angenommen, sie veranstaltete mehrere Vorträge, etwa zur VG Wort oder Feminismus in der Wissenschaft, in regelmäßigen Abständen die Diskussionsrunde LUKS&Friends, Filmabende und Partys und kommentierte Unigeschehnisse, wie die Einladung des AfD-Politikers Stefan Möller bei den Passauer Politiktagen. Auch nahm sie an mehreren Demonstrationen wie bei „Kein Abschiebelager in Regensburg“ teil und verfasste dazu Redebeiträge und ist Teil des Runden Tischs gegen Rechts. Zudem stellte die Gruppe die Senatorin des vergangenen Jahres.

Für das kommende Jahr fordert LUKS die Bekämpfung des Sexismus an der Uni. Bereits im vergangenen Jahr stellte sie die Gleichstellungsbeauftragte und setzte quotierte Redelisten im Studierendenparlament durch. Insbesondere gehe es um die Signalwirkung und die Signalisierung von Solidarität mit den Betroffenen. Zudem sollen Gremien paritätisch besetzt werden, sodass Studierende ein höheres Mitspracherecht erhalten. Da es bisher schwierig sei, sich gegen die Unileitung und die Profs durchzusetzen, stellt LUKS dieses Jahr auch keine Senatskandidaten. Ein weiterer Punkt ist die Förderung der kritischen Wissenschaft, die insbesondere aufgrund der Bologna-Reform mit verkürzter Studienzeit und höherem Druck nötig sei. Insbesondere betont LUKS des Selbstzweck des Studiums, und richtet sich damit gegen die Maximalstudienzeit und das Ziel des möglichst schnellen Eintritts auf den Arbeitsmarkt als Humankapital. Beim Soziologielehrstuhl bestehe zudem Handlungsbedarf, da durch den Sparkurs der Uni zu wenige Dozierende eingestellt werden und damit zu wenige Seminarplätze vorhanden seien. Bei der Betreuung von Bachelorarbeiten spiegele sich dieses Problem ebenso wider. Auch die VG-Wort, die im vergangenen Jahr die gesamte Studierendenschaft in Panik versetzte, soll ein Thema bleiben und eventuell soll sogar erreicht werden, dass die Verhandlungen öffentlich geführt werden. Um überhaupt von diesen Problemen betroffen sein zu können, muss man natürlich erst einmal an der Uni aufgenommen werden: LUKS fordert einen offeneren Zugang zur Uni, der unabhängig von Faktoren wie finanzielle Mittel, Sprache, sozialer Hintergrund oder Geschlecht sein soll.

Das ausführliche Programm der LUKS findet ihr hier.

Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten orientiert sich an unserer Freiheitlich-Demokratischen Grundordnung und vertritt so die Werte der Freiheit und Selbstbestimmung, Toleranz und Respekt und setzt sich für Bildung als das höchste Gut ein. Insbesondere ist der RCDS bundes- und landesweit aktiv. Im vergangenen Jahr trafen sie sich mit Oliver Jörg (CSU, bayerischer Landtag) und Bernd Sibler (CSU, Kultusministerium), um über die Situation der Digitalisierung an der Universität und die VG-Wort zu reden, machten die Petition des Bundes-RCDS über den geringeren Rundfunkbeitrag für Studenten in Passau publik und veranstalteten ihren alljährlichen Winterball mit Spende an die Tafel.

Das Programm für das kommende Jahr besteht aus drei großen Punkten. Der erste konzentriert sich auf die Digitalisierung. Langfristig sollen alle Vorlesungen aufgezeichnet werden, begonnen werden soll im Audimax, wo die technischen Mittel schon vorhanden sind. Um die unbürokratische Lehre zu fördern, soll die Klausuranmeldung erleichtert werden, indem längere Fristen eingeführt werden und die An- und Abmeldung direkt bei der Klausur möglich wird, wie an anderen Universitäten schon üblich. Zudem möchte der RCDS die Infrastruktur an der Universität ausbauen: den Studierenden sollen mehr Fahrradständer und Spinde zur Verfügung stehen, die Öffnungszeiten des Fitnessstudios sollen verlängert werden und in den Bibs sollen Wasserspender installiert werden, um das Lernen zu erleichtern. Die dritte Säule des Programms lautet Familie. Die Vereinbarkeit des Studiums mit einem Kind soll erhöht werden, indem die Uni-KiTa ausgebaut wird, und so das Studium nicht behindert wird. Der RCDS denkt Familie aber noch weiter und fordert individuelle Lösungsmöglichkeiten wie eine Fristverlängerung bei Bachelorarbeiten für Studierende, die pflegebedürftige Angehörige betreuen. Hier sieht er eine deutliche Lücke.

Das ausführliche Programm des RCDS findet ihr hier.

Ihr wollt euch noch besser informieren? Dann seid ihr bei unseren Kollegen von der Campus Crew Passau richtig: Sie veranstalteten die Podiumsdiskussion zur Wahl, hier zum Nachhören, um eure Kandidaten noch besser kennenzulernen.

 

 

Beitragsbild: Judith Rietzl

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